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E-Vignette deaktiviert? Diese E-Mail ist Phishing

Aktualisiert: 24. Juli 2026  ·  Lesezeit: 4 Minuten

Kurz gesagt: Es kursieren E-Mails, die behaupten, Ihre E-Vignette sei wegen eines Abrechnungsproblems deaktiviert worden. Der Link führt auf eine gefälschte Seite. Die Vignette wird einmal gekauft und läuft bis Ende Januar des Folgejahres — sie wird nicht nachträglich «deaktiviert», und niemand fordert Sie per E-Mail zur Nachzahlung auf.

Was in diesen E-Mails steht

Das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC/BACS) meldete diese Welle im April 2026 und erneut Anfang Juli 2026. Die Nachrichten behaupten sinngemäss:

  • Ihre E-Vignette sei wegen eines Zahlungs- oder Abrechnungsproblems deaktiviert worden.
  • Sie müssten die Zahlung «bestätigen» oder einen kleinen Restbetrag begleichen.
  • Ein Link führe zur Reaktivierung.

Perfide dabei: In einigen dieser Mails wird die allgemeine E-Mail-Adresse des NCSC als Absender oder Kontakt angegeben — die Behörde selbst hat diese Nachrichten nicht verschickt. Die Absenderadresse ist gefälscht. Das NCSC weist ausdrücklich darauf hin, solche Mails zu ignorieren und zu löschen.

Warum die Masche funktioniert

Fast jede Person mit Auto hat eine Vignette, und seit es die elektronische Variante gibt, ist der Vorgang für viele noch ungewohnt. Man weiss nicht genau, wie eine offizielle Mitteilung aussehen müsste — und genau in diese Lücke zielt die Nachricht.

Dazu kommt der Reflex: Wer an eine deaktivierte Vignette denkt, denkt an eine Busse. Diese Sorge soll dazu führen, dass man schnell klickt statt nachzudenken.

Die zweite Variante: überteuerte Verkaufsseiten

Neben Phishing gibt es Seiten, die aussehen wie das offizielle Portal und Vignetten «vermitteln» — für deutlich mehr als den amtlichen Preis. Wer dort kauft, erhält im besten Fall eine echte Vignette mit hohem Aufschlag, im schlechteren Fall gar nichts, und hat seine Kartendaten weitergegeben.

Solche Seiten erscheinen oft als bezahlte Suchanzeigen ganz oben bei Google — also gerade dort, wo man das Offizielle erwartet.

Grundregel: Kaufen Sie die Vignette nie über einen Link aus einer E-Mail oder aus einer Suchanzeige. Rufen Sie das offizielle Portal des Bundes direkt auf — die amtliche Seite endet auf admin.ch. Endet die Adresse auf etwas anderes, ist es nicht die offizielle Stelle, egal wie professionell die Seite aussieht.

Woran Sie die gefälschte Mail erkennen

  1. Die Vignette wird nicht deaktiviert. Sie ist einmal gekauft und gilt bis Ende Januar des Folgejahres. Es gibt kein Abo, das aussetzen könnte.
  2. Prüfen Sie die echte Zieladresse des Links — nicht den angezeigten Text. Auf dem Handy: Link lange gedrückt halten, dann erscheint die Adresse.
  3. Zeitdruck und Bussenandrohung sind Standardwerkzeuge, keine Behördensprache.
  4. Zahlungsaufforderung per E-Mail-Link ist bei Schweizer Behörden nicht üblich.
  5. Haben Sie überhaupt eine E-Vignette gekauft? Wenn nein, ist die Sache damit erledigt.

Was tun, wenn Sie bereits geklickt oder bezahlt haben?

  • Kartendaten eingegeben? Karte sofort über Ihre Bank oder App sperren lassen — nicht warten, bis eine Belastung sichtbar wird.
  • Rechnen Sie mit einem Anruf. Nach solchen Datenabflüssen folgen häufig Anrufe angeblicher Bankmitarbeitender, die «bei der Sperrung helfen» wollen. Legen Sie auf und rufen Sie über die Nummer auf Ihrer Karte zurück.
  • Installieren Sie niemals Fernwartungssoftware auf Anweisung eines Anrufers — kein Institut verlangt das je.
  • Prüfen Sie Ihre Vignette über das offizielle Portal, ob sie tatsächlich hinterlegt ist.
  • Melden Sie den Fall beim NCSC über ncsc.admin.ch.

Unsicher, ob eine Nachricht echt ist?

Leiten Sie die verdächtige E-Mail an scan@mail.safesignal.ch weiter. Sie erhalten in der Regel innerhalb von Minuten ein Urteil zurück — sicher, verdächtig oder Betrug — mit Begründung, Warnsignalen und einer Handlungsempfehlung. Drei Prüfungen pro Monat sind kostenlos, ein Konto brauchen Sie nicht.

Zur Ehrlichkeit gehört: Das Urteil stammt von einem KI-Modell. Es ist eine fundierte Einschätzung und keine Garantie, und es kann sich in beide Richtungen irren. SafeSignal ist kein Virenschutz und führt keinen Malware-Scan durch.

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Quellen zu den beschriebenen Betrugswellen: Meldungen des Nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC/BACS), ncsc.admin.ch. Angaben zu Preis und Gültigkeit der Vignette bitte auf der offiziellen Seite des Bundes prüfen. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung.

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